Meine verschiedenen Gärten im Laufe der Jahre
Irgendwann war ein Punkt erreicht, an dem das Gemüse, welches ich in unserem Garten angebaut habe, nicht mehr ausgereicht hat. ich wollte mehr Gemüse anbauen, um uns damit das ganze Jahr über selber versorgen zu können. Da haben wir uns auf die Suche nach einem weiteren Garten gemacht, was sich als gar nicht so einfach herausgestellt hat. Wir konnten nämlich nicht einfach einen Garten dazu kaufen oder langfristig pachten, wie wir uns das vorgestellt haben. Daher haben wir uns durch verschiedenen Gärten "durchprobiert", mal sind wir gegangen, mal wurde uns die Pacht gekündigt. Manchmal war es frustrierend, wenn wir gegangen sind, aber es war immer lehrreich, denn jeder Garten ist anders und ich habe gelernt, mich immer wieder auf neue Gegebenheiten einzustellen.
Paradies
Als erstes kam das Paradies. Wir konnten eine Wiese bei einem Bauern bei uns im Ort pachten. 2500qm, von denen wir gleich 600qm haben umpflügen lassen. Eine Wiese schnell urbar zu machen (wir haben nur einen Pachtvertrag über 5 Jahre bekommen) bedeutet einiges an Arbeit, zumindest wenn man nicht Tonnen von Kompost ausbringen, sondern die vorhandene Erde nutzen möchte.
Die Wiese haben wir kurzerhand Paradies genannt, und ein Paradies war es auch. Wir haben wirklich irre viel Arbeit in diesen Garten gesteckt, aber die Ernten und vor allem Lernerfolge waren gigantisch! Endlich konnte ich mich mal so richtig ausprobieren und die Dinge im „Großen“ angehen, also zumindest größer als bei uns im Garten.
Die Beikraut- und Wühlmauszahl war hier allerdings immens. Außerdem hatten wir kein Wasser, d.h. ich habe sämtliches Wasser zum Angießen in Kanistern herbeigeschleppt. Danach habe ich einfach nur noch gemulcht und nicht mehr gegossen. Den größten Teil der Ernte habe ich damals übrigens mit dem Fahrrad nach Hause gebracht.
Nach 5 Jahren mussten wir das Paradies leider wieder abgeben, der Bauer wollte es selber nutzen. Das hat mich damals in eine kleine Krise gestürzt, da ich nun plötzlich an wunderbar große Mengen gewöhnt war und nicht mehr weniger anbauen wollte. Solche Kürbismassen, anders kann man das wirklich nicht bezeichnen, habe ich seitdem nie wieder anbauen können. Glücklicherweise wussten wir ca. 1 Jahr im Voraus, dass wir gehen müssen und konnten uns wieder auf die Suche machen.
Mrs. B's
Glücklicherweise bot mir eine liebe Nachbarin zwei Häuser weiter an, dass ich in ihrem Garten ein paar Beete anlegen darf. Diesen Garten haben wir „Garten Nr. 2“ oder intern „Mrs. B’s“ genannt.
Wir haben 2022 mit 20 Palettenrahmen angefangen und im Frühjahr 2025 kamen noch 12 Weitere dazu, plus die Nutzung des alten Tomatenhauses. Dass ich in diesem alten Tomatenhaus gärtnern darf, ist mein absoluter Traum! Über 20 Jahre lang bin ich oft an diesem Garten vorbeigegangen und habe von diesem schnuckeligen Tomatenhaus geträumt.
Dieser Garten ist, trotz der geringen Anbaufläche (verglichen mit dem Paradies), der absolute Wahnsinn! Den ganzen Tag Sonne und relativ viel Wind. Die Möhrenfliege z.B. gibt es hier so gut wie gar nicht. Alles liegt in bequemer Schubkarrenentfernung von 1-2 Minuten. Allerdings ist das Wasser auch hier wieder ein Problem, aber ich werde dieses Jahr noch zwei weitere Regentonnen am Tomatenhaus aufstellen. In diesem Garten wächst ein Großteil meines Wurzelgemüses und meiner Zucchini. Außerdem baue ich hier viele Erbsen und Bohnen an. Ich liebe diesen Garten sehr und hoffe, dass ich noch ganz lange hier gärtnern darf!
Future Paradies
Da ich bei Mrs. B's nicht genügend Platz hatte, um z.B. Kartoffeln und Kürbisse im großen Stil anzubauen, haben wir uns weiter auf die Suche nach gemacht. Als nächstes kam das Future Paradies. Das war ein verwahrlostes Gartengrundstück am Feldrand ca. 4 km entfernt mit jeder Menge ungelöster Altlasten vom Vorbesitzer.
Wir haben uns den Garten an einem nassen Februarabend angesehen und waren so begeistert, dass wir endlich etwas gefunden haben, dass uns die „Feinheiten“ gar nicht aufgefallen sind.
In diesem Garten habe ich nur knappe 6 Monate gegärtnert. Der Vorbesitzer kam immer noch vorbei und hat Sachen abgeholt oder gebracht, der Boden war sehr unterschiedlich und die Nachbarschaft etwas speziell.
Die Kartoffel- und Kohlernte war hier gut, die Kürbisse sind so gut wie gar nicht gewachsen und ich habe mich immer super unwohl in diesem Garten gefühlt. Wie gut, dass wir diesen Garten nur für ein Jahr gepachtet haben.
Garten Nr. 3
Garten Nr. 3 war ein absoluter Glücksfall. Bekannte von uns haben mir freundlicherweise ein Stück ihres Vorgartens überlassen (120qm) und sogar noch alles für mich urbar machen lassen. Was für ein Geschenk! Ich habe also praktisch mit einer weißen Leinwand angefangen.
Wir haben dort unsere beiden Kohltunnel aufgestellt, ich habe Kartoffeln und jede Menge Kürbisse angebaut. Fast so viele wie im Paradies…
Wasser hatte ich von einem großen Hallendach immer genug.
Der Boden war steinharter Lehmboden, so dass ich jede Menge Kompost und Mulchmaterial ausgebracht habe und nach 3 Jahren konnte man die Verbesserung des Bodens und die unterschiedlichen Bodenschichten dort sehr gut erkennen. Der erfolgreiche Bodenaufbau in diesem Garten hat mich richtig begeistert und ich durfte auch hierbei wieder viel lernen. Außerdem habe ich dort eine Erdbeerwiese angelegt, die hervorragend getragen hat.
Wir haben uns nach einigen Jahren von diesem Garten getrennt, da ich gegen die Schnecken und Mäuseplage dort am Feldrand nicht mehr angekommen bin und da der Boden von wilden Brombeeren durchwurzelt war.
Ich habe sehr viel Arbeit und Material in diesen Garten hineingesteckt und musste zum Schluss dann doch vor der Natur kapitulieren. Dieser Garten war zusammen mit meinen anderen beiden Gärten für mich einfach nicht handelbar. Trotzdem habe ich diesen Garten geliebt, nicht nur wegen der tollen Ernten…
Secret Garden
Der momentan letzte Garten ist der Secret Garten. Den haben wir überraschend vor 2 Jahren bei uns im Ort kaufen können.
Nachdem ich in so vielen Gärten gegärtnert habe, immer wieder neu angefangen habe und dann weg musste oder wollte, war ich sehr froh, noch einen eigenen Garten zu bekommen. Ein Garten, aus dem mich niemand vertreiben kann und in dem ich machen kann was ich möchte. Eben so wie der Garten bei uns zu Hause.
Leider stellt mich der Secret Garden auch nach 2 Jahren noch vor Herausforderungen. Er ist halbschattig, ab September steht die Sonne so niedrig, dass die Sonne es kaum noch in den Garten schafft. Für Herbstgemüse ist er also nicht geeignet. Er liegt am Rande einer Sandkuhle, was den Boden recht sandig macht. Große Bäume drum herum haben ihre Wurzeln bis weit in den Garten gestreckt und das Eichenlaub von 2 großen Eichen hat den Boden über die Jahre sauer gemacht.
Die letzten Jahre habe ich Massen von Kompost, Mist, „vernünftigem“ Laub und Rasenschnitt in den Garten gebracht, um die Erde aufzubessern. Das sind Dinge, die ich beeinflussen kann. Gegen die fehlende Sonne kann ich nichts tun.
Gut wachsen hier Tomaten und Kartoffeln. Der frühe Kohl im Tunnel war nicht schlecht, allerdings ist der Boden im Tunnel nicht durchweg gut. Einige Kohlköpfe hatten am Ende der Saison noch Rosenkohlgröße.
Trotzdem bin ich sehr froh über diesen Garten und habe gleich am Anfang Obstbäume und Beerensträucher gepflanzt, die sich bisher gut entwickelt haben.
Für meine Tomaten habe ich einen einfachen Tomatentunnel aus dem Baumarkt gekauft, 2x3m groß. Da es schon relativ spät im Frühjahr war, habe ich den Boden nur mit Pappe abgedeckt und eine ca. 20 cm dicke Schicht verrotteten Pferdemist darauf verteilt. Keine Erde, kein umgraben, nichts. Für mehr war in dem Jahr einfach keine Zeit. Das Ergebnis konnte sich absolut sehen lassen und ich habe mir einen weiteren solchen Tunnel zugelegt.

